Wieder einmal neigt sich ein Jahr überraschend früh seinem Ende zu und wie schnell ist nichts getrunken, wie unsere Altvorderen in guter Alte-Männer-Witzetradition zu rezitieren pflegen.
Tatsächlich verflog die Zeit geradezu wie im Flug, was wir aufgeklärte Spiritualisten uns wissenschaftlich eigentlich nur damit erklären können, dass in den Echsenmenschen-Forschungslabors von CERN an der Uhr gedreht wurde und die Zeitlinien wieder einmal kräftig durcheinandergeraten sind. Überhaupt ein spannendes Thema, diese Zeitlinien. Ich drifte mit zunehmendem Alter offenbar zunehmend in die theoretischen Welten der physikalischen Theorien ab und überfrachte mein Vorderhirn nun plötzlich mit Werken von C.G. Jung über Synchronizitäten (sinnvolle Zufälle ohne direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung), Mechaniken des Bewusstseins oder Sachbüchern über das erschöpfte Gehirn, was wiederum mein erschöpftes Gehirn nur noch mehr erschöpft. Aber ich drifte ab.
Apropos abdriften: Ich bin natürlich auch wieder gereist. In die Südstaaten zum Beispiel. Und sicherlich erwartet Ihr jetzt eine humorige Abhandlung über bizarre und absurde Begegnungen und Ereignisse im Land unserer großen und etwas seltsamen Brüder, tatsächlich aber verlief in meiner Zeitlinie dieser Urlaub erstaunlich entspannt und ereignisreich ereignislos (und ja, ich meine das genau so, wie ich es geschrieben habe). Nicht einmal die Einreise konnte mich verschrecken, denn aufgrund einer technischen Neuerung, die offenbar nur mir und meiner besseren Hälfte schon bekannt war, durften wie die lange Schlange vor der Immigration einfach umgehen und ersparten uns damit etwa eine dreiviertel Stunde Wartezeit. Ja, so spannend war das alles.

Reisen bildet
Dafür konnten wir dann später in den Bayous mit Krokodilen ringen, in einem Hochsicherheitsgefängnis ein Rodeo besuchen, an Halloween New Orleans beste Cocktails schlürfen, Elvis‘ Villa einen Besuch abstatten, in Memphis‘ den Blues spielen und in Huntsville bei der NASA solide deutsche Wertarbeit bestaunen, die es Gerüchten zufolge sogar bis hinter den Mond geschafft haben soll (Wernher von Braun und die Reichsflugscheiben und so – Ihr wisst Bescheid). Den Nerds unter Euch dürfte sicherlich bekannt sein, dass der Raumanzug des weltberühmten Richard Garriott (Ultima-Computerspielreihe und so – Ihr wisst Bescheid) ebenfalls dort ausgestellt ist und sein Vater darüber sicherlich wenig amüsiert gewesen sein dürfte, weil er nämlich ebenfalls Astronaut gewesen ist, dafür aber vorher erst noch in Cambridge seinen Doktor machen und sich bei der NASA bewerben musste, während sein Sohn einfach nur in seiner Freizeit irgendwelche albernen Computerspiele programmieren, damit stinkreich werden und sich dann seine Reise in den Weltraum vom Taschengeld kaufen konnte. Ein echtes Vorbild für so faule Leute wie uns alle, finde ich.


Ereignisreich ereignislos
‚Ereignisreich ereignislos‘ könnte gut und gerne das Motto dieses Jahres in Bezug auf unsere Schreiberei lauten. Zwar haben der Tom und ich sehr viel geschrieben, doch wenig veröffentlicht. Eine Kurzgeschichte, wenn ich mich richtig erinnere, doch man kann ja nicht immer nur Vollgas geben. Tatsächlich fahren wir mit angezogener Handbremse, um im kommenden Jahr dann dafür umso mehr durchzustarten. Dann geht es nämlich endlich los, mit „Deadly Ever After“, dem wahrscheinlich fantastischsten Fantasy-Märchenroman der Neuzeit, der pünktlich am 11. Februar erscheint.
Sage und schreibe neun Lesungen sind dafür bereits in Planung, die erste davon im Drachenwinkel in Dillingen, danach Wien, Leipzig, Bonn, Köln, Darmstadt, Wetzlar und noch etliche andere Weltstädte. Ich hoffe, wir können uns das alles merken. Die genauen Daten erfahrt Ihr jedenfalls auf unserer Termine-Seite.
Sollten wir aufgrund des gewaltigen Verkaufserfolgs dann einen Netflix-Serienvertrag ergattern („The modern Brothers Grimm“, wie ich mir im Übermut so den Werbeslogan vorstelle) oder eine chinesische Übersetzung („现代格林兄弟“), dann werden wir Euch das an dieser Stelle natürlich ebenfalls mitteilen. Und wenn wir mit diesem albernen Fantasyroman sogar so richtig stinkreich werden, dann laden wir Euch alle zu einer Reise in den Weltraum ein, um Richard Garriotts Vater nur noch mehr zur Weißglut zu bringen.
In diesem Sinne wünsche ich Euch eine ereignisreich ereignislose Adventszeit, ein besinnliches Weihnachtsfest und viele Buch-Gutscheine!

