Der Südkoreaner YoungHoon Kim soll mit einem weltweit höchsten IQ von sagenhaften 276 Punkten kürzlich entschieden haben, dass Gott tatsächlich existiere und sein Sohn Jesus Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben sei. So weit so durchaus gut und nachvollziehbar, jedoch hatte die Angelegenheit den Haken, dass YoungHoon Kim offenbar und möglicherweise ein ganz hundsgemeiner Betrüger, und damit juristisch gesehen überhaupt nicht berechtigt ist, im Namen des Herrn solcherlei Pressemeldungen von sich zu geben.
Für mich heute ein willkommener Anlass, einmal die höchsten Würdenträger auf dem Gebiet der Intelligenz etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und mit geistesscharfer Brillanz zu analysieren, welchen pekuniären oder anderweitig gesellschaftsrelevanten Werte so ein hoher IQ überhaupt besitzt.
Da wäre an erster Stelle natürlich die weltbekannte Marilyn vos Savant zu nennen, die in ihrer Kindheit zeitweise einen IQ von sage und schreibe 228 besessen haben soll, der später dann auf jämmerliche 186 reduziert worden ist, was entweder auf bessere Messmethoden oder allzu exzessiven Alkohol- und Drogenkonsum während ihrer darauffolgenden Jugendzeit zurückzuführen sein dürfte. Jedenfalls muss sie sich Gerüchten zufolge heutzutage mit irgendwelchen dubiosen Bravo Magazin-Kolumnen über Wasser halten und löst in ihrer Freizeit Ziegenrätsel oder so etwas in der Art.
Wesentlich besser hat es da der Südkoreaner Kim Ung-yong mit seinen Guinness-Buch-eingetragenen 210 IQ-Punkten getroffen, der nach seinem Doktor in Kernphysik und einem traurigen Kapitel bei der NASA letztendlich dann doch noch echte Intelligenz unter Beweis stellen konnte, indem er den Job hinschmiss, um getreu dem Motto „der Dümmere ist der Klügere“ von da an einem herrlich ereignislosen Bürojob als Ingenieur in einer Baufirma frönen zu dürfen. Nach eigener Aussage ist er heute der glücklichste Mensch der Welt und freut sich tierisch auf die nächste Steuererklärung.
Der aktuelle Rekordhalter in Sachen IQ-Gedöns nennt sich Terence Tao, der mit seinem IQ zwischen 230 und 240 allerdings nichts Besseres anzufangen wusste, also sich eine Brille aufzusetzen und Professor für Mathematik zu werden. Ehrlich gesagt hatte das unser geschätzter Mathelehrer Rinkler damals mit einem nur halb so hohen IQ quasi ebenso gut bewerkstelligen können, während er es immerhin gleichzeitig noch schaffte, ein guter Schwimmer zu sein und sich während des Unterrichts über und über mit weißer Kreide zu bestäuben.
Über die weiteren aktuellen IQ-Größen gibt es nicht viel Besseres zu berichten, außer dass einer von ihnen mit einem IQ von 192 (M. Predavec) einen Supermarkt führt und damit als einer der Wenigen unter den Großkopferten etwas Produktives zum Bruttosozialprodukt beiträgt, während andere mit einem IQ von um die 190 ihr wertvolles Geistespotential mit kindischen Brettspielen vergeuden (G. Kasparow). Christoper Hirata (IQ um die 225) wiederum hat rein gar nichts von dem bereits erwähnten Kim Ung-yong gelernt und malocht immer noch bei der NASA am Band, und der US-Amerikaner Sho Yano (IQ 200) war sogar so dumm, schon mit 21 Jahren als jüngster Mensch sein Medizinstudium abzuschließen und muss sich seitdem seine Brötchen mühsam als Arzt verdingen, während ich so etwa im gleichen Alter das erste Mal eine Studentenkneipe von innen gesehen habe und das für lange Zeit auch alles geblieben ist, was ich während meiner ersten zaghaften Studienversuche in meinen Terminkalender notieren musste.
Deutschlands schönster IQ-Träger war übrigens ein gewisser Albert Einstein mit einem Wert irgendwo zwischen 160 und 180 Punkten. Leider ist sein einziges Vermächtnis an die Menschheit ein etwas albern wirkendes Schwarzweiß-Foto, auf dem er dem Betrachter keck die Zunge entgegenstreckt.
Was zum Abschluss ganz wunderbar literarisch wertvoll den Bogen zurück zu YoungHoon Kim spannt, der sich offenbar über „ein Netzwerk dubioser Organisationen“ seine sämtlichen Rekorde und Auszeichnungen selbst verliehen hat, und damit beweist, dass er seinen erfundenen IQ-Wert nicht ganz ohne Grund besitzt.
Mein eigener IQ soll übrigens laut letzter Messungen irgendwo bei 394 und ein paar Zerquetschten liegen, wobei der Wert je nach Menge der morgens bereits verzehrten Espresso (Espressos, Espressi oder „caffè espresso, ma subito!“ – über die korrekte Begrifflichkeit des Plurals duellierten sich bereits Generationen von IQ-Trägern) deutlich variieren kann.
In diesem Sinne: Prost oder auch „Oans, zwoa, gsuffa!“, wie man im Paulanergarten gemeinhin sagt.

